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Der Mantel der Dichterin
The Poet's Coat<br/>Der Mantel der Dichterin

Gabrielle Alioth

The Poet's Coat
Der Mantel der Dichterin

Gedichte
Englisch und Deutsch
Herausgegeben von Irène Bourquin
Übersetzt von Fred Kurer

2019

lektur poesie (le)
112 Seiten

ISBN 978-3-03740-138-5

Preis CHF 24.00

Preis EUR 22.00

 

Gabrielle Alioth, bekannt als Autorin vieler, meist historischer Romane, legt erstmals Gedichte vor. Die Sammlung The Poet’s Coat ist die lyrische Biographie der Schweizer Schriftstellerin, die seit bald vier Jahrzehnten in Irland lebt – der dunkle Strom des Lebens, das Grundwasser unter dem Boden, auf dem ihre Romanfiguren wandeln und handeln.

Die Sprache des Herzens
Als ich die Schweiz vor 35 Jahren verließ, fand ich eine Insel, ein Leben und eine Sprache. In Irland stieß ich auf eine lebendige poetische Kultur, die den Alltag der Menschen betraf; und die Gedichte, die in den 1980er Jahren – häufig von Frauen – geschrieben und zitiert wurden, berührten mich, wie es kein deutsches Gedicht je vermocht hatte. Ich erkannte auch, dass jede Sprache ihre Stärken hat und dass Englisch, dank seiner Partizipialkonstruktionen zum Beispiel, eine natürliche Kraft zur Ver-Dichtung hat und sich allein schon deshalb für Lyrik eignet.
Sprache formt unsere Gedanken, die Art, wie wir sprechen, worüber wir sprechen und wer wir sind. Während ich weiter Prosa auf Deutsch schrieb, entdeckte ich, dass englische Wörter für mich nicht besetzt waren. Wir fluchen schamloser in einer anderen Sprache, sind weniger peinlich berührt, wenn wir unanständige Ausdrücke hören, und wir können die Möglichkeit nützen, uns unabhängig vom innerlichen Zensor unserer Muttersprache auszudrücken. So wagte ich es, meine Gefühle aufzuzeichnen, über Liebe und Verlust zu schreiben. Englisch wurde zur Sprache meines Herzens.
Gabrielle Alioth

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Pressestimmen:

«Wie herrlich frei, selbstbewusst und zugleich abgründig diese Verse [des Gedichts The Woman / Die Frau] klingen! Betörend, atemberaubend, einer irischen Kirke würdig. […]
Freilich braucht, wer auf Reisen geht, einen Mantel. Auf das Unterwegssein im realen wie im übertragenen Sinn spielt das programmatische Eröffnungsgedicht The Poet’s Coat / Der Mantel der Dichterin an. Doch geht sein Titel faktisch auf einen Mantel zurück, den die Autorin im Wandschrank eines Zimmers in Oberlin, «einer Kleinstadt in Ohio», vorfand und schließlich, da sich niemand mehr an die Besitzerin erinnern konnte, auf Anraten des Hausherrn mitnahm.

So, any day now
I will take it from my cupboard
And enraptured by its collar
I will write those poems
She has left for me.

Bald nun
werde ich ihn aus dem Schrank holen
und, bezaubert von seinem Kragen,
die Gedichte schreiben,
die zu schreiben sie mir überliess.


So regt das Motiv des Mantels im weiteren die Vorstellung an, dass Schreiben ein Weiter- ein Fortschreiben ist und im metaphorischen Sinn die Arbeit an einem Mantel bedeutet, an einer jahrhunderte-, ja jahrtausendealten Textur der Natur einerseits und der Geschichte bzw. der Geschichten andererseits …»
Florian Vetsch, Saiten, Nr. 290, Juni 2019

 

 
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