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Claire Bischof Vetter, Erica Engeler, Christine Fischer und Maria Gertrud Macher

Lichtungen

Gedichte

Mit einem Geleitwort von Ruth Erat und Illustrationen von Regula Engeler

2018

waldgut lektur (le)

Broschur mit handgedrucktem Umschlag, 128 Seiten

ISBN 978-3-03740-137-8

Preis CHF 24.00

Preis EUR 22.00

 

Vier Autorinnen haben sich in dieser Anthologie zusammengefunden. Nicht, um mit einer einzigen Stimme zu sprechen, sondern um in ihrer jeweiligen Andersart der Welt nachzuspüren und ihrer Wahrnehmung, ihrem Erleben dichterisch Gestalt zu verleihen.
Ihre Auswahl will still sein, soll Raum lassen zwischen Zeile und Zeile, Bild und Wort, Lesen und Verstehen.
Die Autorinnen haben ihren Fundus an lyrischen Texten gesichtet, ausgewählt und stellen hier ihre Fundstücke aus dem Dunkel des Zeitarchivs ans Licht. So behutsam wie ihre Vorgehensweise, so behutsam die Texte. So wenig wie Frauen, die einen Grossteil ihres Lebens gelebt haben, sich noch etwas vormachen lassen, so unbestechlich und manchmal kühn kommen ihre Sprachbilder daher. So oft in ihrem Frauenleben Wichtiges von Überflüssigem hat unterschieden werden müssen, so dicht, so sparsam und gleichzeitig sinnlich muten diese Zeilen an.
Naturbilder dienen nicht der Verherrlichung, sondern tragen eine Bedeutung, die knapper und präziser, auch schöner nicht anders gesagt werden könnte. Nicht Abbild der Erscheinung, sondern Sinnbilder. Sie zeigen den zeitgenössischen Menschen als Fremdling in einem Kosmos, dessen Zeit ins Unendliche gespannt ist und dessen Sinn übers Nachdenken nicht erfasst werden kann, wohl aber im Aufglänzen eines Augenblicks – in Momenten der Gnade.
Die hier versammelten Gedichte vermögen es, solche Momente zu schenken: auftauchende Lichtungen im Gestrüpp einer Zeit, die uns nur allzu oft mit Überfülle quält. Sprachflächen für das staunende Innewerden. Sprachflächen für Berührung und Fremdheit, Sprachflächen für Entwurf und Schönheit, für Spur und Destillat, für Behauptung und Ahnung.

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Aus dem Buch:

Claire Bischof Vetter, «In den Worten der Atem»

Einer Blume
auf den Grund
schauen

heisst

allen Dingen
auf den Grund
schauen


Erica Engeler, «Oben Himmel, unten Himmel»

Das lange fremde Wort
im Ohr, wie es sich zersilbt
und seine Bedeutung nicht freigibt,
mich aber noch lange beglückt.


Christine Fischer, «Niemand näht, nichts wird zertrennt»

Lieber Gott
mach mir diesen Tag
zum Honigtopf
Amen


maria gertrud macher, «fließende Launen»

glücksfall
trinkst du mich
aus meiner welt
esse ich mich
in die deinige

 

 
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